Eine Schatzkiste voller Kreativität

Ein Feuerwerk der Ideen hatte das Kollegium bereits bei der Planung und Vorbereitung der Projektwoche gezündet. Zum Leuchten brachten es die Schülerinnen und Schüler dann in den Projekttagen vom 17. bis 19. Juli 2023 auf dem Gelände der Kreisrealschule und darüber hinaus. Das Spektrum der Angebote war breit gefächert. Es umfasste musische, gestalterische, künstlerische, naturwissenschaftliche, handwerkliche, kulinarische, sportliche und kulturelle Bereiche.

Näherte man sich dem Textilraum, hörte man das Rattern von Nähmaschinen. Hier wurden Alltagsgegenstände, wie Taschen eifrig genäht, oder Freundschaftsbändchen geknüpft. Sogar Auftragsarbeiten wurden in Angriff genommen. Im Werkraum wurden Holzrahmen gezimmert, auf die Leinwände gespannt wurden, die aus den Rückseiten von alten Landkarten bestanden. Im Kunstraum nebenan gaben ihnen Farben und Formen eine neue Bestimmung. Von Comic-Zeichnungen bis zu blühenden Herzen gab es vieles darauf zu entdecken. Der Kunst widmete sich auch die Tape Art, bei der mit Tape ein selbstentworfenes Bild abgeklebt und dann bemalt wurde.

Mit Stiften statt Pinseln und Blättern statt Leinwand arbeiteten die Mädchen und Jungen in der Gruppe »Handlettering«. Kalenderblätter wurden künstlerisch verziert, Efeu rankte sich in einstmals freien Feldern über Tageszahlen um die Namen der Monate und Sinnsprüchen. Vertieft in ihren kreativen Schaffensprozess vergaßen die Schülerinnen und Schüler ganz die Zeit.

Vom »grünen Klassenzimmer«, einen von Bäumen beschatteten Pausenhofbereich schallte Popmusik über das Schulgelände. Unter der fachkundigen Anleitung der Tanzlehrerin Yvonne Bayerle und einer tanzbegeisterten Lehrerin der Schule übten Mädchen und Jungen mit großem Spaß den Disco-Fox und den Cha-Cha-Cha.

Geräuschintensiv und fröhlich waren auch die Ballspiele in der Sporthalle. Während eine Gruppe sich ausgiebig dem Spiel »Gefängnisball« widmete, lernte eine andere unter der Anleitung zweier Sportlehrer Techniken und Spielzüge des Beachvolleyball, die über das Baggern und Pritschen weit hinausgingen. Während sich die erste Gruppe auch weniger bekannten Ballspielen und Gelände-Stratego widmete, ging es für die Volleyballer am Mittwoch dann ins Freibad zur Nagelprobe auf dem Sandplatz.

Selten zu sehen war die Mountainbike-Gruppe, die mit ihrem Lehrer und Andreas Rieger vom Orber Radwerk zumeist auf Trails außerhalb unterwegs war. Im Bereich der Hasel oder nahe dem Golfplatz konnten die Jugendlichen neue Techniken lernen, an ihre eigenen Grenzen gehen und einen ordentlichen Muskelkater nach Hause bringen.

Ebenfalls selten zu sehen war die Astronomie-Gruppe. Beschäftigte man sich am Tage mit der Geschichte dieser Wissenschaft, beobachtete die Gruppe bei Nacht die Sternbilder, machte Ausflüge zum Satellitenkontrollzentrum nach Darmstadt und zum Planetarium nach Fulda.

Auf Erkundungstour war auch die Hessen-Gruppe, die die Landeshauptstadt Wiesbaden besuchte. Dort gab des den Landtag zu sehen und die Altstadt. Der Höhepunkt war allerdings die Fahrt mit der Bergbahn auf den Neroberg und die Anhöhe selbst. Am Tag darauf rundete eine Stadtralley in Fulda die Entdeckerreisen ab.

Eine Ralley anderer Art entwarfen kleine Teams in der Gruppe »Schnitzeljagd«. Kreativ versuchten sie mit ihrer selbst entworfenen Schnitzeljagd die Mitglieder der anderen Teams in die Irre zu führen. Nach zwei Tagen Vorbereitung und selbstgebastelten Karten jagten dann am Mittwoch die Teams einander. Spaß hat es gemacht!

Welche Schätze im Garten wachsen, durften die Kinder einer anderen Gruppe von der Phytotherapeutin Jutta Röder lernen, die mit den Schülerinnen und Schülern auf Entdeckungsreise in die Welt der Gartenkräuter ging. Salbei, Lavendel, Rosmarin, Pfefferminze und viele mehr sind nicht nur zum Kochen und für den Haushalt geeignet, sondern auch als Heilpflanzen. Ertasten, riechen, schmecken und verarbeiten standen auf dem Programm. Auch gemeinsam gekocht wurde in der Schulküche. Dabei gab es Herzhaftes, wie Nudeln mit Salbei und Käse, ebenso wie Salbei-Walnüsse.

Mit der Honigbiene und zwei Produkten, die wir ihr verdanken, befasste sich eine weiter Gruppe. Das Leben der Biene wurde dabei genau in den Fokus genommen. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren, was man alles aus Honig und Bienenwachs machen kann. Dabei ging es natürlich auch wieder in die Produktion. So entstanden unter anderem Honig-Ingwer-Bonbons und Salben auf Bienenwachs-Basis. Ein Ausflugstag zu einem Imker und dessen Bienenvölkern stand am dritten Tag auf dem Programm.

Was gibt es bei großer Sommerhitze Schöneres als ein leckeres, kühles Eis? In Zusammenarbeit mit dem Hof Sonnenberg konnten die Kinder des Eisworkshops die Entstehung einer Eis-Sorte von der Pike auf erkunden. Vom Kreieren einer neuen Eis-Sorte, über die Entwicklung der Werbekampagne, bis hin zur Produktion gab es alles zu lernen. Sie durften ins Eislabor des Hofes und so lange experimentieren, bis sie ihre eigene Eiskreation gefunden hatten: »Weiße Schokolade, Mandel, Honig«. Dann musste nur noch ein passendes Etikett entwickelt werden. Das Ergebnis konnte jeder Besucher des Schulfestes am Donnerstag, dem 20. Juli, probieren.

Beim Schulfest stellten die Schülerinnen und Schüler vor, was sie in den zurückliegenden drei Tagen gemeinsam mit ihrem Lehrerinnen und Lehrern gestaltet und gelernt hatten. Jeder Besucher konnte sich davon überzeugen, dass die Kreisrealschule eine Schatzkiste voller Kreativität ist. 

Text: Matthias Fischer